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5. fotofestival lenzburg - re:scources 2.0

27
Aug.
-
02
Okt. 2022
5. fotofestival lenzburg - re:scources 2.0
RiBot © EPFL Catherine Leutenegger
5. fotofestival lenzburg - re:scources 2.0
SINOMOCENE PORTFOLIO_001_©Davie Monteleone
5. fotofestival lenzburg - re:scources 2.0
Residency Böni Helikon Hallwyl 21-12-21_0189@Henri Blommers
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Das Fotofestival 2022 bringt die Fotowelt erneut für einen ganzen Monat nach Lenzburg und Aarau.
Die 3 vergangen Jahre habe uns vor enorme Herausforderungen gestellt und deutlich vor Augen gebracht wie unsere Ressourcen verteilt sein. Einigen von uns wurde die Existenz entzogen, andere waren kurz davor sie zu verlieren und einigen wurde bewusst wie privilegiert sie sind. Eines aber haben wir alle gemeinsam - wir freuen uns, dass sich die Situation erholt hat und wir nicht mehr so eingeschränkt sind. Wir haben wieder die Möglichkeit uns mit Menschen zu treffen, unterwegs zu sein und die Welt zu erkunden - vielleicht immer mit dem Gedanken die Dinge bewusster zu tun und unsere Ressourcen sparsam zu nützen.

Wie bereits 2021 wird das Fotofestival das Thema Ressourcen untersuchen und einen künstlerischen Ansatz entwickeln, der versucht Momente des Weltgeschehens zu erfassen. Die 12 Ausstellungen und geplanten Veranstaltungen des 5. Fotofestival Lenzburg sind so gewählt, dass sich ein konstruktiver Dialog zwischen den Ausstellungen selbst, aber auch zwischen Bildproduzent/innen und -verwerter/innen entwickeln kann, also zeitgenössische Positionen von schweizerischen und internationalen Autoren mit ihrem Publikum über das Thema Ressourcen zusammenführen.

Für die Ausgabe 2022 liegt der Schwerpunkt auf der Beziehung zwischen Mensch und Natur, und deren Wechselwirkung in Bezug auf unser aller Gesundheit, Lebensqualität und Nachhaltigkeit sowie den großen klimatischen und gesellschaftlichen Veränderungen, die wir derzeit erleben.

Dank des Beitrags von Sponsoren und Partnern, die das Festival unterstützen, gelingt es uns jedes Jahr, internationale aber auch weniger bekannten Fotograf/innen eine Bühne zu geben, ein breites Publikum einzubinden, mehr als 20 Museen und Partnern für gemeinsame Projekte zu gewinnen sowie Expert/innen aus dem Ausland einzuladen, wie Whitney Johnson, Vice President of Visual and Immersive Content at National Geographic and Elisa Medde, Director of Foam Magazine.

Ein grundlegendes Ziel des Festivals ist, dass das Projekt sich nicht allein dem Thema widmet, sondern auch selbst im Sinne einer verantwortungsbewussten und nachhaltigen Nutzung von Ressourcen agiert. Bei der Entwicklung aller Ausstellungen wird der Schwerpunkt auf die Verwendung von recycelbaren und umweltfreundlichen Materialien gelegt. Alle Ausstellungen sind von der Produktion bis hin zur Präsentation wiederverwendbar und ressourcenschonend sein - und schon in dieser Ausgabe werden bereits produzierte Werke und Installationsmaterialien wiederverwendet bzw. umgenutzt. Die Verwendung von Plastikmaterialien wird auf ein Minimum reduziert. Aus den Fahnen und Schlüsselbändern vergangener Ausgaben und Textilmaterialien für Produktionsversuche werden derzeit Festivaltaschen hergestellt. Auch bei der Entwicklung der Veranstaltungen wird besonderes Augenmerk auf die Nutzung lokaler Ressourcen gelegt, indem bevorzugt lokale Erzeuger von Speisen und Getränken herangezogen sowie öffentliche und elektrische Verkehrsmittel (dank der Zusammenarbeit mit Swiss E-Car und SBB) genutzt werden.

Eine weitere Neuheit des Festivals ist die Ausweitung in die digitale Welt: die Ausstellung «Wata Na Life» von Ngadi Smart wird von einem Augemented Reality-Erlebnis begleitet; eine Festival-App ist in Arbeit, damit die Besucher das Festival direkt auf ihrem Mobiltelefon entdecken können; zum ersten Mal werden zwei Workshops zum Thema NFT und Möglichkeiten der Fotografie, mit der Expertin Sony Lackner, komplett online durchgeführt; die Website des Festivals wurde um viele Einblicke bereichert, darunter ein Blog, der den Autoren selbst Raum lässt, sich zu präsentieren.


Projektbeschreibung

Die folgenden Ausstellungen sind geplant:

Im Stapferhaus Lenzburg zeigen wir erstmals das Werk SIMONOCENE (2014-ongoing) des in Zürich lebenden italienischen Künstlers Davide Monteleone. Die Langzeitarbeit untersucht die immensen Anstrengungen Chinas, den globalen Waren-, Dienstleistungs- und Kapitalverkehr durch eine Infrastrukturinitiative, namens Belt and Road, oder besser bekannt als Neue Seidenstraße, neu zu gestalten und damit das geopolitische Gleichgewicht Richtung Osten zu verschieben. Es besteht jedoch eine gewisse Diskrepanz zwischen den wirtschaftlichen und geopolitischen Prozessen, die hier am Werk sind, und der Art und Weise, wie sie sich in der Welt manifestieren. Während große Infrastrukturprojekte wie Flussdämme, Containerhäfen und Eisenbahnschienennetze von der Erdumlaufbahn aus durchaus wahrgenommen werden können, finden andere Veränderungen nur wenig bis gar keinen visuellen Ausdruck in der Landschaft, wie beispielsweise die Generierung, Verbreitung und Sammlung von Daten, Wissen, Patenten, Informationen und vor allem Kapital, aber auch die langfristigen Auswirkungen auf Umwelt; Ressourcen und Klima. Eine gleichnamige Publikation punktgenau zum Fotofestival erscheinen und dort vorgestellt.

In der Villa des Müllerhause präsentieren wir vier verschiedene künstlerische Positionen, einschliesslich VENUSES (2018-2020) von Laurence Rasti (Lausanne). 2018 bat Laurence Rasti zwei ihrer Freundinnen - Shaya, eine iranische Transfrau, die sie in der Türkei kennengelernt hatte, sowie Lena, ihre Nachbarin in Genf -, Protagonistinnen eines Langzeitprojekts zu werden. Ziel war die Tiefen der Geschlechtsidentität auszuloten, insbesondere der Weiblichkeit, wozu sie Bilder mit Texten in Form von Interviews kombinierte. Im Laufe des Projekts erfuhr Lena, dass sie an Brustkrebs erkrankt war. Was mit einer scheinbar grundlegenden Prämisse begonnen hatte, nämlich der Frage, was ist eine Frau, wurde plötzlich sehr viel komplexer, herausfordernder und schmerzhafter, da beide Protagonistinnen mit ihren Körpern darum rangen, widerzuspiegeln, als wer sie sich fühlten.

Ein Ausschnitte des Langzeitprojekts NEW ARTIFICALITY (seit 2015) von Catherine Leutenegger (Genf) wird im Schloss Lenzburg zu sehen sein. Seit dem Beginn ihrer Recherchearbeit zum Aufkommen des 3D-Drucks hat Catherine Leutenegger die rasante Entwicklung dieser Technologie und deren breites Spektrum an möglichen Anwendungen beobachten und dokumentieren können, welche eine Reihe von Branchen, angefangen beim Bauwesen bis hin zur Medizintechnik grundlegend verändern können. Noch ist nicht abzusehen, ob diese Neuerungen der digitalen Technologien in der Lage sein werden, nachhaltige und dringend benötigte Lösungen für die aktuellen Herausforderungen der Menschheit und unseren Planeten zu liefern.

LUNAX ist eine kollektiv organisierte, in Zürich angesiedelte und seit 2016 bestehende Schweizer Fotograf:innen-Agentur mit aktuell 14 Mitglieder:innen. Seit Frühjahr 2021 arbeiten Severin Bigler, Sabina Bobst, Annette Boutellier, Raisa Durandi, Patrick Hürlimann, Benjamin Manser, Caroline Minjolle, Marion Nitsch, Katja Schmidlin, Fridolin Walcher, Dominic Wenger und Marco Zanoni an einem gross angelegten gemeinsamen Projekt zum Thema Klimawandel. Unter dem Titel Und jetzt? — LUNAX im Klimawandel führen sie unterschiedliche fotografische Positionen zu Themen, wie ökologisches Leben, Biodiversität, nachhaltige Mode, Gletscherschmelze, Naturverbundenheit, CO2-Ausstoss, globalisierter Konsum, Fliegen, Stadtbäume und Plastik, zusammen und präsentieren diese in der gleichnamigen Ausstellung im Stadtmuseum Aarau.

DES GLETSCHERS KERN von Fridolin Walcher (Kanton Glarus) ist als Open-Air-Installation in Form von großen Leinwänden im öffentlichen Raum Lenzburgs konzipiert und zeigt eine Auswahl an eindrückliche Bildern, die der Künstler in Grönland und in der Schweiz fotografiert hat und die in eindringlicher Weise den Klimawandel und die Gletscherschmelze thematisieren.

In seinem offenen Aufruf hat sich das Fotofestival an die internationale Gemeinschaft der Bildschaffenden gewandt, um zum Thema Ressourcen fotografische Projekte einzureichen. Die Resonanz war überwältigend und global. Eine hochkarätige Jury wählte vier Projekte aus, um an der kommenden Festivalausgabe im Müllerhaus und Schloss Lenzburg auszustellen. Hierzu gehören Sandrine Elberg (Frankreich) und ihr Projekt Jökull; die fotografische Arbeit Die Solitären von Ingar Krauss (Deutschland); Antonio Perez (Spanien) und seine Serie von Diptychons The Sea Moves, the Sea Moves; Ngadi Smart (Großbritannien und Sierra Leone) mit der künstlerischen Arbeit Wata Na Life (Wasser ist Leben). Ngadi Smart erhielt zudem den mit 1.500 CHF dotierten Preis der Jury.

Dieses Jahr gibt es wieder die beliebte Ausstellung in den Schaufenstern der Altstadt. 65 Fotografinnen und Fotografen ihre Bilder in den Geschäftsauslagen und Schaufenstern der Stadt ausstellen.

In Kooperation mit SONY und mit der World Photography Organisation präsentiert das Fotofestival Lenzburg im öffentlichen Raum eine kuratierte Auswahl von 50 Bilder der besten Positionen des Sony World Photography Awards zum Thema Ressourcen.

Der niederländische Künstler Henri Blommers war eingeladen, in Zusammenarbeit mit dem Müllerhaus Lenzburg, als erster FFL Artist in Residence unser Gast zu sein. Während drei Wochen im Dezember 2021 verbrachte er einen Grossteil seiner Zeit in den Wäldern und Wiesen in und um Lenzburg, wo er die lokale Flora fotografierte und verschiedene Proben entnahm. Von besonderem Interesse sind für ihn dabei jene Schnittflächen in der Natur, wo diese zu bewirtschafteten und verwalteten Naturressourcen werden und wo einheimische Pflanzenarten und deren Vielfalt oft gefährdet ist. Neben seinen eigenen intensiven Nachforschungen holte er sich dazu auch Rat und Hilfe aus der ortsansässigen Bevölkerung. Sein analoger fotografischer Schaffensprozess ist physisch, fotochemisch und konzeptionell von den Beobachtungen geprägt, die er vor Ort macht, sowie von einem tiefen Gefühl der Dringlichkeit für unsere Umwelt.

Begleitende Veranstaltungen: Fotobücherecken, Kultkabine, Fotomarathon, Autoren-Führungen, Workshops, Portfolio-reviews, Vorträgen

Die vollständige Agenda finden Sie auf: www.fotofestivallenzburg.ch/agenda/

Gut zu wissen

Datum
Samstag, 27. August 2022 - Sonntag, 02. Oktober 2022
Lokalität
5600 Lenzburg
Kontakt
Fotofestival Lenzburg
Homepage
https://www.fotofestivallenzburg.ch
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Veranstaltungsort

5600 Lenzburg